Alles richtig?

Trotz einer recht entspannten Arbeitsmarktlage im Fachkräftebereich entscheiden sich Bewerber immer häufiger dafür, ihre Bewerbung zu "pimpen". Vom harmlosen Weglassen einiger Details über das Beschönigen von Brüchen oder Lücken im Lebenslauf bis hin zu Falschaussagen über Fähigkeiten und Qualifikationen.
Der Gipfel sind gefälschte Zeugnisse und Referenzen, Abschlusszeugnisse oder Doktorentitel. Die moderne Technik macht es leicht, Briefpapiere zu kopieren oder Inhalte in Dokumenten zu verändern, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt.
Die Emailbewerbung mit digitalen Dokumenten erspart häufig das Zeigen von Originalen - fahrlässig oder gutgläubig vertrauen Personaler zu oft auf die Richtigkeit der gemachten Angaben.


Alles rechtens?

Davon abgesehen, dass das Fälschen von Zeugnissen oder Abschlüssen den Straftatbestand der Urkundenfälschung nach § 267 StGB erfüllt und mit Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren oder mit hohen Geldstrafen geahndet wird, fällt das Vortäuschen von Fähigkeiten und Qualifikationen unter die Rubrik "arglistige Täuschung" des §123 und berechtigt - wenn die Qualifikationen und Fähigkeiten für die auszuübende Tätigkeit von Bedeutung sind - den Arbeitgeber zur Anfechtung des Arbeitsverhältnisses.


Vertrauen ist gut...

Man kann darüber streiten, ob und was als Bagatelle beim "pimpen" anzusehen ist. Ein Vertrauensbruch ist und bleibt es allemal, und ob man jemandem seine Werte, seine Mitarbeiter, seine Aufgaben anvertrauen kann, der schon vor dem Beginn der Zusammenarbeit nicht wahrhaftig ist, bleibt zu bezweifeln. Also ist Kontrolle besser als Vertrauen? Wir sagen: ja.

Wir sind der Ansicht, dass ein diskreter, unabhängiger und objektiver Check des Bewerbers niemandem schadet, aber vielen nützt. Sensibel prüfen wir Lebensläufe auf Plausibilität und Zeugnisse sowie Abschlüsse auf Echtheit. Persönliche Referenzen können ebenfalls wichtige Hinweise geben.